„Spazierenfahren" nennt es Wolfgang Sacher: Rund 130 Kilometer heizt der Sportler jeden Tag mit dem Rennrad über die spanische Mittelmeerinsel Mallorca. Zwischen vier und sechs Stunden dauern seine Fahrten. Bei idealen Bedingungen: 23 Grad, sonnig mit ein paar Wolken meldet der Wetterbericht für die nächsten Tage. Dazu ein schönes Quartier direkt am Meer in Santa Ponsa, westlich der Inselhauptstadt Palma. „Es ist wunderbar hier", schwärmt Wolfgang Sacher. Doch was wie zwei Wochen Urlaub klingt, ist in Wirklichkeit hartes Training. Wolfgang Sacher bereitet sich auf die Paralympics vor, die Ende August dieses Jahres in London beginnen. Sitzt er nicht auf dem Rad, macht er Ausgleichstraining im Fitnessraum: Gymnastik für den stundenlang auf dem Rad geschundenen Rücken und Arm.
Sacher hat sein Ziel fest vor Augen, die Teilnahme an den Paralympics, dem Höhepunkt jedes Sportlers mit Handicap. Mit 16 Jahren verlor er bei einem Starkstromunfall den linken Arm und einige Zehen. Mit 38 Jahren entdeckte er das Radfahren für sich und wurde nach einigen Hobbyrennen bayerischer Meister und kurz danach deutscher Meister. Danach ging es Schlag auf Schlag: Weltmeister auf der Straße, Vizeweltmeister im Zeitfahren und als Krönung vor vier Jahren der Paralympics-Sieg im Einzelzeitfahren über 25 Kilometer. Er kam aus Peking mit einem kompletten Medaillensatz zurück und war der erfogreichste deutsche Radsportler der Spiele.
Bei der Bahn-Weltmeisterschaft Anfang des Jahres in Los Angeles belegte Wolfgang Sacher drei Top-Ten-Platzierungen. Danach trainierte er daheim in Penzberg, im oberbayerischen Alpenvorland. Dort fährt Sacher sowieso jeden Tag 35 Kilometer einfach mit dem Rad in die Arbeit nach Schäftlarn, wo er als vollzeitbeschäftigter Kämmerer und Werkleiter tätig ist, und wieder zurück.
Aber jetzt zwei Wochen Mallorca: Zuerst sieben Trainingstage mit den Kollegen aus der Nationalmannschaft und nun eine Woche allein als persönliche Vorbereitung auf den Leistungs- und Gesundheitscheck, den er im Münchener Olympiastützpunkt absolvieren muss. „Da wird die Sporttauglichkeit bestätigt", erklärt Wolfgang Sacher: „Nur wer topfit ist, kriegt den Stempel und darf an den Wettkämpfen teilnehmen."
Alle Rennen in dieser Saison sind für Sacher nur Durchgangsstationen auf dem Weg zu den Paralympics in London. Vorher muss er sich bei den Weltcup-Rennen in Rom und Segovia gegen seine deutschen Mannschaftskollegen durchsetzen und sich für den Paralympics-Kader qualifizieren. „In diesen beiden Rennen muss ein Platz auf dem Treppchen her." Grund für die interne Auswahl ist, dass Deutschland bei diesen Paralympics wegen fehlender Nationenpunkte drei Startplätze weniger zur Verfügung stehen. Ist die Qualifikation gemeistert, stehen im Juli die deutschen Meisterschaften im Bahnfahren in Mannheim auf dem Programm. Und dann kann Wolfgang Sacher in London das Ziel seiner Träume in Augenschein nehmen und die Rennstrecke besichtigen: Die Straßenrennen und Zeitfahrten finden auf der Motorsport-Rennstrecke Brands Hatch südöstlich von London statt, die Bahnrennen im London Velopark. Das Etappenrennen „Giro Dolomiti" Anfang August dient als Formaufbautraining. Danach wird noch zwei Wochen lang mit der Nationalmannschaft intensiv Vorbereitung auf die Spiele betrieben.
Und am 31. August heißt es das Lampenfieber in den Griff bekommen und alles geben: Dann startet Wolfgang Sacher für Deutschland in der Bahnverfolgung über 1000 und 4000 Meter sowie mit zwei Mannschaftskollegen im Teamsprint. Auf der Straße gilt es beim Straßenrennen über 88 Kilometer zu bestehen. Am meisten Chancen rechnet sich Sacher beim Einzelzeitfahren über 28 Kilometer aus, seiner Paradedisziplin, in der er in Peking die Goldmedaille gewann. „Ich freu mich riesig drauf und hoffe natürlich, dass ich die Qualifikation schaffe", sagt Sacher. „Und ich bin froh, dass ich dank meiner Sponsoren so professionell trainieren kann." Tyzcka Totalgaz unterstützt den Athleten.
Flüssiggas von Tyczka für Olympia
Die Verbindung von Tyczka Totalgaz und Olympia reicht bis zu den Olympischen Sommerspielen in München 1972 zurück. Schlussläufer des Fackellaufes war der Leichtathlet Günter Zahn. Er entzündete die olympische Flamme während der Eröffnungsveranstaltung, gespeist von Tyczka-Flüssiggas.
Das olympische Feuer der Olympischen Winterjugendspiele in Innsbruck Anfang 2012.
Auch bei den erstmals stattfindenden Olympischen Jugend-Winterspielen in Innsbruck im Januar 2012 versorgte das Unternehmen das olympische Feuer mit Flüssiggas.
Paralympics und Olympia 2012 in London
Die britische Hauptstadt ist vom 27. Juli bis 12. August 2012 Gastgeberin der 30. Olympischen Sommerspiele. Drei Wochen nach dem Sportspektakel starten vom 29. August bis 9. September die Sportler mit Handicap bei den Paralympics an der Themse. Die ersten Sportspiele für Rollstuhlfahrer fanden 1948 parallel zu den Olympischen Sommerspielen statt. Seit 1960 werden die Weltspiele für Behinderte regelmäßig jeweils am gleichen Ort wie die Olympiade ausgetragen.